Stellungnahme Wirtschaftsplan Stadtwerke 2026
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats,
sehr geehrte Damen und Herren,
die Stadtwerke Hockenheim sind ein zentraler Baustein der kommunalen Daseinsvorsorge und sichern die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Energie. Gleichzeitig sind sie ein wichtiger Teil der städtischen Infrastruktur und der regionalen Wertschöpfung.
Die Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahren deutlich verschärft: steigende Energie- und Betriebskosten, volatile Märkte sowie steigende regulatorische Anforderungen erhöhen den Druck auf die Stadtwerke. Die finanziellen Mittel sind begrenzt, sodass notwendige Investitionen in Netze, Anlagen und IT nur eingeschränkt möglich sind. Zusätzlich erschwert der Fachkräftemangel die operative Leistungsfähigkeit.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die auslaufende Gasversorgung. Die bestehenden Liefer- und Vertragsstrukturen müssen neu geordnet werden, um Versorgungssicherheit auch künftig sicherzustellen. Parallel dazu ist die Umstellung auf klimafreundliche Alternativen zu planen.
Vor dem Hintergrund der Energiewende sind zudem der Ausbau der Energienetze und die Erzeugung von mehr Strom vor Ort zentral. Die Netzinfrastruktur muss leistungsfähiger werden, um den steigenden Bedarf durch Elektromobilität und Wärmepumpen zu tragen. Der Ausbau lokaler Stromerzeugung erhöht die Unabhängigkeit und stabilisiert die Versorgung langfristig.
Insgesamt gewinnt neben der klassischen Versorgungssicherheit das Thema Resilienz an Bedeutung: die Fähigkeit, auch in Krisen handlungsfähig zu bleiben und Versorgungsausfälle zu vermeiden. Die Stadt Hockenheim nimmt dabei eine wichtige Steuerungsfunktion wahr. Klare Zielsetzungen, langfristige Planungssicherheit und politische Unterstützung für notwendige Investitionen sind entscheidend, um die Stadtwerke zukunftsfest aufzustellen.
Freizeitbad Aquadrom
Unser Freizeitbad Aquadrom ist mit dem größten Wellenbecken im Außenbereich, Rutschen innen und außen, einem Solebecken sowie einer Saunalandschaft ein überregional bekanntes Freizeitangebot in Hockenheim.
Trotz moderater Eintrittspreise ist die Nachfrage in den letzten Jahren stagnierend. Das Besucheraufkommen liegt unter den Erwartungen, und nur rund 25 % der Gäste stammen aus Hockenheim, während der Großteil von außerhalb kommt. Viele Hockenheimerinnen und Hockenheimer fordern dennoch den Weiterbetrieb des Freibads.
Das Defizit des Aquadroms ist in den letzten Jahren weiter gestiegen und liegt inzwischen bei über 4 Millionen Euro. Die finanziellen Mittel sind begrenzt, und es besteht ein hoher Investitionsbedarf, um die technische und betriebliche Leistungsfähigkeit langfristig zu sichern.
Ein Becken dient bereits als Lehrschwimmbecken. Es ist sicherzustellen, dass mindestens ein Lehrschwimmbecken dauerhaft erhalten bleibt.
Zur Sicherung des Betriebs ist eine finanzielle Unterstützung der Stadt Hockenheim für die Stadtwerke erforderlich, und es müssen Fördermittel auf Bundes- und Landesebene für Sportstätten beantragt werden. Im Jahr 2026 müssen dringend grundsätzliche Entscheidungen durch den Gemeinderat getroffen werden, um die weitere Ausrichtung und die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Aquadroms zu klären.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.